... wird dieser alte Brauch, den Winter zu vertreiben und den Sommer in Gestalt des Pfingstkerls zu begrüßen, gefeiert. Zu Pfingsten wurde das Vieh auf die Wiesen getrieben. Vorbei war das Füttern und Misten in den Ställen. Aus diesem Grund bekamen die Knechte einen freien Tag, den sie nach ihren Wünschen gestalten konnten. Aus dieser anfänglichen Schnorrertour entwickelte sich der Brauch des Hunnebrössels in der heutigen Form in Dannefeld.
... beginnen die Vorbereitungen für dieses Spektakel. Bei dieser ersten Absprache wird festgelegt, wer Schöpp und Schult sein wird. Schult ist abgeleitet von Dorfschulze oder Bürgermeister und Schöpp ist die alte Bezeichnung für Schöffe im Niederdeutschen. Schöpp oder Schult sein zu dürfen bedeutet für jeden Dannefelder eine große Ehre.
... jedoch ohne Verkleidung, beginnen am Freitag ab 18:00 Uhr mit dem Aufhängen der Clöwne. 15 - 20 Clöwne in Menschengröße, aus Stroh und alten Sachen gefertigt, werden im Dorf aufgehangen. Am Samstag ab 14:00 Uhr wird das Blumenkreuz für den Maikerl geschmückt. Um 18:00 Uhr ziehen alle Aktiven mit Beilen, Scheren und Stricken "bewaffnet" in den Wald, um Grünes zu holen. Gegen 22:00 Uhr treffen sie wieder im Ort unter lautstarkem Gesang ein.
... beginnt mit dem Ankleiden des Maikerls der eigentliche Hunnebrösselspuk. Der Maikerl symbolisiert den nicht mehr zu vertreibenden Frühling. Nur die Aktiven wissen während des Umzuges, wer sich unter dem etwa einen Zentner schweren Blumen und Birkenzweigen verbirgt. Wenn er nicht durch Schöpp und Schult beim um 07:00 Uhr beginnenden Heischegang durch das Dorf geführt würde, wäre er völlig hilfslos, denn er sieht kaum etwas. Schutz erhält der Maikerl durch Hunnebrössel, die mit Haselnussruten ausgerüstet sind. Vor jedem Haus macht die bunte Gruppe halt und der Bittgesang ist zu hören. Alle verbeugen sich und die Kiepen füllen sich mit Eiern, Wurst und Speck. Auch die Geldbüchsen wachsen an.
... ist das Spektakel dann beendet. Alle Beteiligten versammeln sich zu einem Gruppenfoto. Wer sich unter welcher Maske versteckt, stellt sich dann auf dem Festzelt heraus. Dann nämlich werden die Masken abgesetzt, die Unterhemden mit dem Buckel sowie die Unterhosen ausgezogen und gegen normale Kleidung getauscht. Auch der Maikerl wird von seiner Last befreit und für alle aus der Anonymität herausgeholt. Er trägt ab diesem Zeitpunkt eine grüne Schärpe.
... bitten die Hunnebrössel zum Kindertanz und ab 20:00 Uhr zum großen Hunnebrösseltanz im vollen Festzelt. Zu einer vorher nicht bekannten Zeit stürmen rund 15 Hunnebrössel auf das Zelt, setzen sich zu Boden und schlagen mit den Stöckern auf das Parkett. Dann springen sie auf, holen sich die Mädchen und jungen Frauen und vollführen einen wilden Tanz. Rund 20 Minuten dauert dieser Spuk, dann ist Hunnebrössel für ein Jahr wieder Geschichte.